Nachfassen fühlt sich unangenehm an, weil es nach Drängeln aussieht. Aus der Nähe ist es das Gegenteil: die meisten Menschen haben schlicht vergessen zu antworten und sind froh, wenn jemand den Faden wieder aufnimmt.
Zwei Mails je Angebot, dann ist Schluss. Der Rest ist deine Entscheidung.
Man kennt das von sich selbst. Das Angebot wird in der Mittagspause geöffnet, für gut befunden und zur Seite gelegt, weil erst noch der Partner draufsehen soll. Abends ist es vergessen, am Wochenende liegt es unter zwanzig neuen Mails. Eine kurze Erinnerung nach zwei Tagen holt es zurück nach oben, ohne dass du dich wie eine Vertreterin fühlen musst.
Schwieriger ist der Schluss. Eine Anfrage, auf die niemand mehr antwortet, bleibt sonst ewig offen, blockiert gedanklich einen Termin und taucht jede Woche wieder in der Liste auf. Die letzte Mail beendet das freundlich: sie gibt den Termin frei, lässt die Tür offen und fragt mit einem Klick nach dem Grund. Was dabei zusammenkommt, liest du im Monatsreport, und nach einigen Monaten weißt du, ob es eher am Preis lag oder am Datum.
Die Automatik soll dir dabei nie in den Rücken fallen. Schreibt deine Kundin zurück, auf welchem Kanal auch immer, ist die letzte Mail vom Tisch. Steht ein Gespräch als Termin im Kalender, wartet sie. Und parkst du einen Vorgang bewusst auf „Warten”, ruht das Nachfassen, bis du ihn weiterschiebst.